Uromastyx ornata ist seit 07.2008 nicht mehr in meinem Bestand.

Terrarium:
Bei diesen Gesellen kann man die Beleuchtung bzw. Heizstrahler direkt in das Terrarium einbauen, denn gute Kletterer sind sie nicht und viel Wärme und Licht wird benötigt.
Für 1 ausgewachsenes Pärchen sollten die Ausmaße mindestens (LXBXH) 180 X 70 X 90 cm betragen. Jungtiere sollten einzeln in kleineren (70X70X60cm)Terrarien gepflegt werden.

Einrichtung:
Im Unterschlupf befindet sich ca. 10 cm hoher Lehm - Sand (grabfähig) der im unteren Bereich immer etwas feucht gehalten wird. Im übrigen Terrarium nehme ich Mineralsand für Papageien als Bodengrund, der Lehm-Sand würde hier nur unnötig stauben.
Sandsteinplatten -(oder Styroporplatten die mit Fliesenkleber bestrichen wurden) geben den Tieren eine Unterschlupfmöglichkeit, unter ihnen graben die Tiere gerne Höhlen. Es werden aber auch künstlich angelegte Höhlen angenommen. Alle Teile einer solchen 'Felslandschaft' müssen vom Terraienboden aus fest aufeinander gefügt bzw. aufliegen, damit den grabenden Tieren durch abrutschende Teile keine Todesfalle gestellt wird!
Eine Felsrückwand die auch zum klettern genutzt wird u. große Wurzelholzstücke zum strukturieren der Terrarieneinrichtung erweitern die Aktionsfläche und schaffen Sichtbareren.
Ein Wassergefäß darf nicht fehlen.

Haltung:
Uromastyx ornata eignet sich nicht für Anfänger da sie individuell sehr stressanfällig sein können und sie stellen hohe Ansprüche an ihre Haltung. Gleichgeschlechtliche Tiere stressen sich gegenseitig. Sie stellen dann die Nahrungsaufnahme ein und tragen oft Parasiten. Des weiteren wird man manchmal beim zusammenstellen von Paaren vor Problemen gestellt. Hierbei ist es hilfreich mehrere Tiere zum austauschen zu haben. Das ruhige zahme Wesen das die Tiere ausstrahlen ist trügerisch denn es gibt innerhalb der Art individuelle Auseinandersetzungen zwischen manchen Tieren, die der Pfleger rechtzeitig erkennen muss um sie sofort zu trennen. Es kann auch vorkommen das manche Weibchen nach der Eiablage plötzlich 'ihre' Männchen aus dem "Revier" vertreiben. Hier muss der Pfleger eingreifen und das Männchen in ein anderes Terrarium setzen. Stress oder Auseinandersetzungen mit anderen Spezies scheint es nicht zu geben. Ich habe sie schon mit Wüstenleguane Dipsosaurus dorsalis, Hardun Laudakia stellio brachydactyla und mit Perleidechsen Timon lepidus zusammen gepflegt.
Die Dornschwanzagamen haben Strategien entwickelt um in den Regenarmen Gebieten, in denen sie vorkommen, zu überleben. Sie nehmen Wasser über das Grünfutter auf, man sieht die Tiere gelegentlich mal niesen hierbei wird überflüssiges Salz in kristalliner Form über die Nase ausgeschieden. Des weiteren können diese Tiere Wasser über die Haut aufnehmen, über den Urin resorbieren und (bei starker Trockenheit) die Fettreserven im Schwanz verbrennen, wobei Wasser freigesetzt wird. Aber sie trinken auch Wasser aus dem Napf und dieser sollte im Terrarium nicht fehlen.


Klima:
Trocken u. warm. Lufttemperatur: 28 - 35° C, unter dem Wärmespotstrahler: ca. 50° C bis 60°C. Nachttemperatur: 18 - 20° C.
In der Nacht nehmen die Tiere die, in den bereits erwähnten Höhlen, vorherrschende Feuchtigkeit über die Haut auf.
Einmal im Monat inszeniert man einen "Regentag" - Licht u. Wärmestrahler werden ausgeschaltet, das Terrarium wird mit Wasser überbraust.


Beleuchtung:
HQI- Lampen, Leuchtstofflampen, Spotstrahler (siehe auch 'Terrarienhaltung' UV - Ganztagesstrahler) 12 - 14 Std./ Tag.

UV- Bestrahlung:
1 Std. / Tag mit der Ultra Vitalux Lampe 300W - Abstand ca. 80 cm. Jedes Jahr wird dieser Strahler im Frühling in einem Zeitraum von ca. 6 Wochen etappenweiße auf die 1 Std. Bestrahlungsdauer gebracht. Die Tiere müssen sich aus dem Wirkungskreis der Strahlung zurückziehen können.

Futter:
Im Frühjahr: Löwenzahn -Blätter -Blüten, Klee -Blätter -Blüten, Vogelmiere, Wicken. Im Sommer: Die Blüten u. Blätter der Robinie, Windengewächse, Spitz- u. Breitwegerich, Heu.
Ab August bis zum Frühjahr (April): Heu u. Körnermischung gelegentlich wird diese Fütterung durch abweiden der Golliwoog-Pflanze ergänzt. Diese Pflanze gedeiht im Blumentopf an der Fensterbank und wird den Echsen ab und zu mal vorgehalten. Nachdem sich die Dornschwanzagamen satt gefressen haben kommt diese wieder an die Fensterbank zurück. - Infos unter www.golliwoog.de.
Vorsicht!: Vorsehen sollte man sich generell vor gekauften Salat, der ist oftmals Schadstoffbeladen. Lieber im Garten selber pflücken oder im Bioladen Ihres Vertrauens kaufen.

Körner - Samenmischung sollte den Tieren zu jeder Jahreszeit zur Verfügung stehen.
Sonnenblumenkörner, Vogelfutter, rote Linsen, Sepiaschalen, Taubengritt, Blütenpollen.
Tierische Kost: Jungtiere 4 - 7, Ausgewachsene 1 - 2 mal pro Woche.
-Schwarzkümmelöl soll zur Nahrungsergänzung gut sein? - Ich habe es ausprobiert - geschadet hat es jedenfalls nicht.

Zu empfehlende Vitamine und Mineralien:
Multibionta- Dosierung: für 200 Gramm Körpermasse = 0,1 ml Multibionta.
1/3 Korvimin 1/3 Calciumcitrat 1/3 Kieselerde vermischt, damit wird das Futter eingepudert.
Blütenpollen.

Winterruhe:
Die Beleuchtungsdauer wird ab Dezember langsam in einer Zeitspanne von 4 Wochen auf 4 Stunden verringert. Wobei die Temperatur auch absinkt, 18°C - 35° C am Tag u. 15°C - 17°C in der Nacht. HQI sowie UV - Strahler werden dann ganz ausgeschaltet. In dieser Zeit steht nur Körnerfutter, Heu und immer frisches Trinkwasser bereit. Ab Anfang April wird wieder langsam auf Sommerwerte erhöht.

Jungtiere :
Die Aufzucht sollte bis zu einem Alter von ca. 2 Jahren einzeln geschehen, danach sollte versucht werden harmonisierende Paare zusammen zu stellen. Ab ca. 2 Jahren können sie paarweise (1,1) in das erwähnte Adult-Terrarium gesetzt werden.
In den ersten 4-5 Wochen halte ich sie auf Küchenpapier. Nur in dem Unterschlupf befindet sich schon feiner Lehmsand wie bei den Adulten. Danach wird das Küchenpapier durch Staubfreien Sand ersetzt.
Auf eine ausreichende Vitamin und Kalziumversorgung ist zu achten. Ansonsten gilt das gleiche wie bei den Adultis.
Die Jungtiere erhalten bei jeder Fütterung Mineralpulver = 1/3 Kieselerde, 1/3 Korvimin, 1/3 Calciumcitrat bzw. Calcium lacticum.
Ich konnte schon Jungtiere im Alter von 2 Wochen beim ausführen des 'Kreiseltanzes' beobachten! Dieser wird bei den Adulten oft zur Paarungszeit ausgeübt.
Literatur:
- Dornschwanzagamen
Thomas Wilms
Herpeton Verlag

- Die Bunte Dornschwanzagame
Michael Evers
Natur und Tier - Verlag

Futterpflanze: Nachtkerze (Oenothera)

Golliwoog gedeiht gut an der Fensterbank und ist ein vorzügliches Grünfutter

Art/Unterart Gelegegröße Temperatur (°C) Dauer (Tage) Quelle
Uromastyx ornata   33,5-34°C 70 ENZ

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