Varanus glauerti wird von mir nicht mehr gehalten. Die Informationen lasse ich stehen.

V. glauerti gehört zur Untergattung Odatria.
Er erreicht eine Größe von 60-80 cm, 2/3 der Gesammtlänge entfallen auf den Schwanz.
Es ist eine Felsbewohnende Art die im äußersten Norden Westaustraliens vorkommt, wobei 2 Populationen bekannt sind. Eine in den Kimberleys und eine im Kakadu National Park, Northern Territory. Im Kakadu National Park sind die Tiere vorwiegend Baumbewohner.
V. glauerti sind sehr aufmerksame Warane und schnell, wenn sie wollen! Futtertiere werden schnell und vor allem geschickt erbeutet.
Die V. glauerti die im südlichen Teil ihres Verbreitungsgebietes leben haben im Vergleich zu den im nördlichen Teil lebenden eine gelbe Farbe.

Haltung / Verhalten:
Ich halte mein Pärchen ganzjährig zusammen.
Die Paarungen und das gesammte Zusammenleben verlaufen harmonisch ab, ohne das Stress enteht. Bei der Fütterung achte ich darauf das Beide gleichzeitig ihre Ration bekommen.
Entsprechend der Aktivität von V. glauerti empfiehlt sich ein Terrarium mit einer Größe von 150 X 70 X 150 cm.
Als Bodengrund verwende ich Rindenmulch -fein-.
Klettermöglichkeiten werden in Form von künstlichen Felswänden und Korkröhren eingebracht.
Eine Wasserschale zum trinken darf nicht fehlen.
Die Temperatur sollte Tagsüber ca. 28 - 32° C betragen, am Sonnenplatz wesentlich höher. Nachts nicht unter 22° C.
Ein Jahresrhythmus wird durch eine Reduzierung der Beleuchtungsdauer und Temperatur in den Wintermonaten stimuliert. Die Temperatur sollte in dieser Zeit nicht zu stark gesenkt werden.
Es kam schon vor, dass die adulten Tiere, wegen gesichteten Futters, aus ihrem Terrarium kamen. Verhält man sich dabei ruhig bleiben die Tiere es auch und interessieren sich nur fürs Futter.

Eingewöhnung:
Die Eingewöhnungszeit kann (muß aber nicht) bei dieser Waran-Art sehr lange dauern.
Oftmals sind sie nach dem Umsetzen in ein neues größeres Terrarium, scheuer als zuvor und wollen nichts mehr fressen. Das kann sich schon mal bis 2 Monate hin ziehen bis sie wieder normal an das Futter gehen und nicht mehr scheu sind.
Am besten bekommt man sie mit kleinen Heuschrecken, die man auch frei ins Terrarium geben kann, ans Futter. Weil es schon vorkam das Echsen über Nacht von Heimchen o.ä. angefressen wurden, reicht man fleischfressende Futtertiere am besten nur mit der Pinzette. Eingewöhnte V. glauerti reagieren auf die Pinzette wenn sie Hunger haben, falls sie keinen Hunger haben wird die Pinzette ignoriert. Einmal eingewöhnt fressen die Tiere alle möglichen Futtertiere gierig. Also kann ich nicht bestätigen dass V. glauerti (zumindest meine gehaltene Blutlinie!) ein Futterspezialist ist, wie man es von V.g. häufig liest.
Es sollten mehrere kontrollierbare feuchte Ruhe/Versteckmöglichkeiten vorhanden sein, die unterschiedliche Temperaturen aufweisen.

Aufzucht
In den ersten Lebenstagen ist Varanus glauerti noch sehr klein bzw. sehr schlank. Kleinste Spalten können sie nutzen um sich zu verstecken oder um aus dem Terrarium auszubrechen, dafür reicht evtl. schon die Spalte zwischen den Glasschiebescheiben.
Die frischgeschlüpften Jungtiere setze ich in 5er - Gruppen in Terrarien mit den Ausmaßen 60x60x60cm. Ich konnte beobachten das es vereinzelt mal vorkam das ein dominantes Jungtier andere durch das Terrarium jagt. Hier muß eingegriffen werden und der "Raufbold" sollte einzel gehalten werden.
Für die Kleinen benutze ich anstatt Rindenmulch (für die Adulten) Sand als Bodengrund. Als Unterschlupf kommen kleine Eimer, gefüllt mit einer leicht feuchten Sand-Blumenerde-Mischung, in dessen Deckel ein kleines Loch geschnitten wird, in Betracht. Von diesen Eimerchen sollten mehrere im Terrarium an unterschiedlich warmen Bereiche gestellt werden.
Als Hauptfutter biete ich den Kleinen, mit Korvimin bestäubte, kleine Heuschrecken die ich frei in das Terrarium schütte.
Zur Fütterung (ausgenommen Heuschrecken) hat sich eine Plastikschale (leerer Eisbecher o.ä.) bewährt, in den ich die Futtertiere rein gebe. Meistens fressen sie aber gleich von der Pinzette. Die Wattstärke der Strahler (Temperierung) ist natürlich je nach Standort unterschiedlich und muss ausprobiert werden.

Futter:
Die Hauptnahrung von V.glauerti im Terrarium besteht aus Insekten aller Art. Gelegentlich Mäuse, Stinte und Ei.
Trächtige Weibchen werden öfter und mit einem erhöhten Säugeranteil gefüttert.

Gewöhnung an anderes Futter:
Als erstes Futter gebe ich kleine Heuschrecken, mit Korvimin ZVT bestäubt, in das Terrarium.
Nach ein par Wochen, wenn ich sehe das die Tiere gut an das Futter gehen, fang ich an die ersten Heuschrecken mit der Pinzette zu füttern bevor ich den Rest der Heuschrecken (zum jagen) in das Terrarium gebe. Haben sich die Tiere an die tägliche Fütterung gewöhnt, gebe ich auch andere Futtertiere, die ich aber nur mit der Pinzette füttere. Hierzu nutze ich immer den Faktor "Hunger" um die Tiere an neue Futtertiere zu gewöhnen.
Nach einiger Zeit gewöhnen sich die Tiere so sehr an die Fütterung mit der Pinzette, dass sie auf die Pinzette reagieren und ihr entgegenlaufen sobald ich die Pinzette in die Hand nehme.
Die Fütterung mit der Pinzette hat den Vorteil dass ich die Tiere besser kontrollieren kann bzw. deren Futteraufnahme. Futterinsekten können sich so nicht im Terrarium verstecken. Nur Heuschrecken, welche sich nicht verstecken und sich deshalb leicht erbeuten lassen, gebe ich zum Jagen in das Terrarium.

Geschlechtsbestimmung:
Die Männchen haben größere, hervorstehende Postanalschuppen als die Weibchen.
Siehe auch "Geschlechtsbestimmung"

Literatur:
- Bernd Eidenmüller: Warane (Herpeton-Verlag)

- Andreas Kirschner, Thomas Müller, Hermann Seufer: Faszination Warane (Kirschner & Seufer Verlag, Keltern-Weiler)

- Daniel Bennett: Warane der Welt, Welt der Warane

Steckbrief Varanus glauerti "PDF"

Art/Unterart Gelegegröße Temperatur (°C) Dauer (Tage) Quelle
Varanus glauerti ~10 31°C 112 ENZ
Varanus glauerti ~10 28,5°C 140 ENZ
Varanus glauerti ~10 31°C 102 ENZ
Varanus glauerti ~10 30°C 130 / 125 ENZ
Varanus glauerti ~13 28°C 135 ENZ
Varanus glauerti 11 28°C 136 ENZ

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